Betriebsrat der Firma UPS DEUTSCHLAND S.à r.l. & Co. OHG - Regionalbetrieb Nürnberg

Eine große Sendung

Der Originalbeitrag ist auf upsers.com erschienen. Da vermutlich nicht jeder Zugriff hat, möchten wir euch hier die Gelegenheit geben, den Beitrag zu lesen.

 

 

Eine große Sendung

Liefern, was zählt: Die UPSer in Nürnberg haben Hilfsgüter für die Erdbebenopfer in Kroatien gesammelt

Seine erste Reaktion: sofort hinfahren und helfen. Denn die Nachrichten von der Katastrophe und den Verheerungen in seiner Heimat erreichten ihn nicht nur über die Medien, sondern per Handy direkt von betroffenen Menschen. Von Familie und Freunden.

Aber Ivan Kristo musste sich gedulden. Wegen der geltenden Quarantäne-Regeln konnte er die rund 750 Autokilometer von Nürnberg nach Kroatien in das Erdbebengebiet von Petrinja nicht einfach auf sich nehmen, um den Seinen beizustehen.

„Ich weiß, wie es ist, wenn die Erde bebt, wenn alles, was sonst stabil ist, anfängt sich zu bewegen, und wenn es diese schrecklichen Erschütterungen und Geräusche gibt“, sagt Ivan, der als UPS Zusteller in Nürnberg arbeitet und aus der Region in Kroatien stammt, in der es am 29. Dezember eines der schwersten Erdbeben gab, die je in dem Land gemessen wurden.

„Was ich seitdem höre, ist beängstigend. Das größte Problem sind die Nachbeben, die Erde gibt keine Ruhe“, sagt Ivan. „Die Menschen haben Angst vor einem weiteren großen Schlag, sie schlafen entweder am Tag oder draußen, und das bei dem Winterwetter. Vieles ist zerstört und es fehlt an fast allem.“

 

Hilfe aus der Ferne

Doch wegen Corona hatte Ivan keine andere Chance, als Hilfe aus der Ferne zu organisieren, wobei ihn sein Zustellerkollege René Reinicke unterstützte. Nach den ersten Meldungen aus Kroatien starteten sie in ihrem Center per WhatsApp-Gruppe eine Bitte um Sachspenden. Mit der Frage, ob UPS helfen kann, die Spenden nach Kroatien zu bringen, wandten sie sich an Rajmund Tuzgier, Betriebsrat und ebenfalls Zusteller in Nürnberg.

Rajmund selbst konnte die Frage zwar nicht beantworten, aber: „Da ich schon lange bei UPS bin, kenne ich einige Leute, und aus Erfahrung weiß ich, dass wir nicht tatenlos zusehen, wenn wir um Hilfe gebeten werden, vor allem in einer solchen Notsituation.“

Er leitete die Frage an Public Affairs weiter, löste damit eine schnelle Folge von E-Mails und Telefonaten aus, und bald war klar: Die UPS Foundation übernimmt die Transportkosten, auch für eine größere Sendung von Hilfsgütern. In Nürnberg schaltete sich Labor-Managerin Elisabeth Gierscher ein und organisierte mit Rajmund und Centerleiter André Neumann eine Sammelaktion. In Ivans Namen ging ein Spendenaufruf per PCM und Aushang an die rund 1.000 UPSer in Nürnberg.

Und: Innerhalb von nur vier Tagen kam mehr als eine Tonne an Hilfsgütern zusammen: von warmer Kleidung und Decken über Kinderspielzeug und Hygieneartikel bis hin zu unverderblichen Lebensmitteln und Abdeckplanen, alles dringend benötigte Dinge.

 

 

 

Eine Frage der Solidarität

Die Sendung wurde in zwei Teilen umgehend auf den Weg nach Hrvatska Kostajnica gebracht, eine Kleinstadt in der Nähe von Ivans Heimatort – unweit des Epizentrums eines Bebens, das sieben Menschen das Leben gekostet, zahlreiche weitere verletzt und erhebliche Schäden an Gebäuden und Infrastruktur verursacht hat.

„Es ging uns darum, den Menschen in Kroatien schnell und unbürokratisch zu helfen“, sagt Elisabeth. „Ich bin beeindruckt, wie gut unser Teamwork auch hierbei funktioniert hat. Alle, die zur Organisation unserer Sammelaktion beitragen konnten, haben das sofort getan, vom Aufruf bis zum Transport. Danke dafür und danke an die vielen UPSer für ihre Spenden.“

Die Solidarität für das Anliegen eines Kollegen, der Menschen in Not helfen will und muss, imponiert auch André: „Durch Ivan ist für uns eine Katastrophe, die sonst eine Nachricht unter vielen gewesen wäre, in ihren Auswirkungen greifbar geworden“, sagt er. „Ich bin ihm dankbar, dass er uns die Möglichkeit gegeben hat, unsere Hilfsbereitschaft unter Beweis zu stellen. Wie das Ergebnis zeigt, hat er zurecht darauf vertraut, dass seine Kolleginnen und Kollegen etwas für seine Landsleute tun werden.“

 

 

 

Ein Lichtblick

Die Menschen in Ivans Heimat werden noch lange unter den Folgen des Bebens zu leiden haben, mit der Angst vor weiteren Erdstößen. „Der Wiederaufbau wird dauern, viele Häuser werden abgerissen, weil die Zerstörungen zu groß sind.“ Besonders schlimm, so Ivan, sei es für Ältere, die wegen schwer passierbarer Straßen in entlegenen Orten schlecht zu erreichen sind und oft auch kein Handy haben. „Die Leute in der Region haben es ohnehin nicht leicht. Ihr Motto ist jetzt: Hauptsache am Leben.“

Für Hilfe, so Ivan, ist es nie zu spät. „Wir brauchen alles“, sagte ihm der Bürgermeister. Dass die UPSer in Nürnberg eine so große Sendung geschickt haben, ist bewegend für Ivan. „Diese Wochen sind hart für mich, auch weil ich nicht dort sein kann. Aber zu sehen, was meine Kolleginnen und Kollegen hier auf die Beine gestellt haben, ist ein Lichtblick.“